So berechnen sich Zölle und Steuern

Die Zollbehörden eines Landes erheben Zölle und Steuern auf Waren, die ein- oder ausgeführt werden. Informieren Sie sich über den Unterschied zwischen Zöllen und Steuern, worauf diese basieren und wie sie berechnet werden.

Worin unterscheiden sich Zölle und Steuern?

Im Zusammenhang mit dem Warenversand können die Begriffe „Zölle“ und „Steuern“ leicht verwechselt werden. Daher ist es wichtig zu verstehen, was diese tatsächlich bedeuten.

  • Was sind Zölle? Zölle sind Abgaben auf Waren, die von einem Zollgebiet in ein anderes Zollgebiet über Landesgrenzen versandt werden. Sie werden vom Zoll als Staatseinnahmen und zum Schutz der heimischen Wirtschaft erhoben.
    • Welche Arten von Zöllen gibt es? Gängige Beispiele sind Antidumpingzölle, Handelszölle und Ausfuhrzölle. Sie werden meist in Form von Einfuhrzöllen erhoben, die für Waren gelten, die in ein Land eingeführt werden.
    • Wer zahlt Zölle? Die meisten Zölle bezahlt der Einführer. Ausfuhrzölle zahlt der Ausführer.

  • Was sind Steuern? Steuern sind Gebühren, die vom Staat auf gekaufte und eingeführte Waren erhoben werden. Auch wenn die Waren im Ausland erworben wurden, fällt die Steuer an und wird vom Zoll erhoben, sobald die Waren in ein Land eingeführt werden. 
    • Welche Arten von Steuern gibt es? Im Sinne des grenzüberschreitenden Handels kann zwischen Einfuhrumsatzsteuer und Verbrauchssteuer unterschieden werden. Wobei die Einfuhrumsatzsteuer weitestgehend der Umsatzsteuer entspricht. Die Bezeichnungen und der Steuersatz unterscheiden sich jedoch von Land zu Land. Je nach Land und Produkt kann der Steuersatz beispielsweise 0 %, 10 %, 20 % oder mehr betragen. 
    • Wer zahlt Steuern? Die Steuern zahlt in der Regel der Einführer. 

Der größte Unterschied zwischen Steuern und Zöllen besteht darin, dass Zölle Abgaben auf Waren sind, die in ein Land ein- oder ausgeführt werden, während Steuern auf fast alle Einkäufe erhoben werden. Beide tragen zu den Einfuhr- und Ausfuhrkosten eines Produkts bei.

Worauf basieren Zölle und Steuern? 

Die Höhe der Abgaben - Zölle und Steuer -, die Sie für eine Sendung zahlen müssen, richtet sich nach mehreren Faktoren: 

  • Der HS-Code dient zur Klassifizierung der Produktart. Anhand dieses Warencodes wissen die Zollbehörden sofort, was versandt wird und welche Steuern, Zölle und sonstigen Vorschriften anzuwenden sind. 
  • Der Warenwert, einschließlich Fracht- und Versicherungskosten, ist für den Zoll zur Ermittlung der Zölle und Steuern sowie zur Abfertigung Ihrer Sendung relevant. Daher muss auf der Handelsrechnung unbedingt der korrekte Warenwert angegeben werden. 
  • Die Warenbeschreibung auf der Handelsrechnung, einschließlich Verwendungszweck und Herstellungsland des Produkts. Damit die Waren korrekt eingereiht werden, sollten der HS-Code und die Warenbeschreibung übereinstimmen.
  • Internationale Handelsabkommen zwischen Ländern können die Höhe der Steuern und Zölle auf eine Sendung beeinflussen. Wenn Sie Waren zwischen Ländern versenden, zwischen denen ein Handelsabkommen besteht, sind diese möglicherweise von Zöllen befreit oder für eine Ermäßigung zulässig.
  • Die Lieferbedingungen (Incoterms®) auf der Handelsrechnung regeln die Vereinbarung zwischen Verkäufer und Käufer und bestimmen, wer die Versandkosten einschließlich Steuern und Zöllen bezahlt.

Wie ermitteln Zollbeamte die Zölle und Steuern?

Die Zollbehörden verwenden zur Bestimmung von Zöllen und Steuern die Informationen auf der Handelsrechnung und anderen relevanten Dokumenten. Achten Sie daher darauf, dass Details wie der HS-Code und der korrekte Warenwert auf Ihrer Handelsrechnung angegeben sind.

Bedenken Sie: Wenn Sie Informationen auslassen, überlassen Sie die Berechnung der Zölle und Steuern für Ihre Sendung der Zollbehörde. Unter Umständen bezahlen Sie dann mehr als erforderlich.

So berechnen Sie Einfuhrzölle

Zuerst müssen Sie den Zollsatz für die Waren bestimmen, die Sie versenden. Dieser Satz hängt von dem Land ab, in das Sie die Ware versenden. 

Um diese Angaben zu finden, besuchen sie die Internetpräsenz der zuständigen Zollbehörde im Empfangsland. Normalerweise können Sie die Zollsätze anhand eines HS-Codes oder einer Produktbeschreibung suchen. Zum Beispiel beträgt der Zollsatz oder Handelszollsatz auf Damen-T-Shirts, die aus den USA in das Vereinigte Königreich importiert werden, 12 %.  

Anhand des Zollsatzes können Sie die Zollabgaben für Ihre Sendung berechnen. Addieren Sie dazu den Wert der Waren, die anteiligen Frachtkosten vom Versendungsland bis zur Grenze des Bestimmungszollgebiets, die Versicherung und alle zusätzlichen Kosten und multiplizieren Sie die Summe mit dem Zollsatz. Das Ergebnis ist der Zollbetrag, den Sie an die Zollbehörde für ihre Sendung zahlen müssen.

Einige Länder wenden andere Berechnungsmethoden an. Prüfen Sie dies auf der Webseite der zuständigen Behörde oder bei Ihrem Versanddienstleister.

So berechnen Sie Steuern

Zuerst ermitteln Sie die zutreffende Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) des Landes, in das Sie versenden möchten. Zum Beispiel gibt es im Vereinigten Königreich drei Umsatzsteuersätze: 0 %, 5 % und 20 %. Letzterer ist der Standardsatz für die meisten Waren und Dienstleistungen. Für den Versand eines Damen-T-Shirts ins Vereinigte Königreich beträgt dieser Satz 20 %, da Kleidung für Erwachsene unter den Standard-Umsatzsteuersatz fällt.

Um die Einfuhrumsatzsteuer für Ihre Sendung zu berechnen, addieren Sie den Warenwert, die Frachtkosten, die Versicherung, den Einfuhrzoll und zusätzliche Kosten die in den Wert mit einbezogen werden müssen. Multiplizieren Sie den Gesamtbetrag mit dem geltenden Einfuhrumsatzsteuersatz des Bestimmungslandes. Das Ergebnis ist der Einfuhrumsatzsteuerbetrag, den Sie für die Verzollung Ihrer Sendung zahlen.

Wann zahle ich die Zölle und Steuern für eine Sendung?

In der Regel werden Zölle und Steuern entrichtet, bevor Ihre Waren von der Zollbehörde im Bestimmungsland überlassen werden. Möglicherweise bezahlt Ihr Versanddienstleister in Ihrem Auftrag, damit Ihre Waren schneller überlassen werden. Das Versandunternehmen stellt Ihnen die Kosten dann in Rechnung. Es lohnt sich, vor dem Versand zu prüfen, ob diese Möglichkeit besteht.

Welche Kosten müssen sonst noch berücksichtigt werden?

Beim internationalen Warenversand ist es wichtig, die Gesamtkosten einer Sendung (die Kosten aller Auslagen inkl. Zollabgaben, sog. "landed costs") zu kennen. Weitere Kosten, die für Ihre Sendung auf dem Transportweg anfallen können:

  • Kosten des Versanddienstleisters – Der Preis für den Versand Ihrer Waren von A nach B. Versandunternehmen können darüber hinaus viele der nachstehend aufgeführten Dienstleistungen anbieten, sodass alle Zölle, Steuern und weiteren Kosten zusammen mit den Versandkosten erhoben werden können.
  • Kosten für Zollagenten – Die Kosten für die Inanspruchnahme eines Zollagenten für die Zollabfertigung von Waren. Zollagenten zahlen oft Zölle und Steuern im Namen des Empfängers und stellen diese dann dem Empfänger zusammen mit ihrem Honorar in Rechnung. Spediteure stellen häufig Zollagenten im Rahmen ihres Versand-Services zur Verfügung.
  • Aufschläge und Bearbeitungszuschläge für Zusatzleistungen – Zusätzliche Versandkosten für Waren, die nicht unter den Standardversand fallen, wie Gefahrgut und Waren zur vorübergehenden Verwendung.
  • Versicherung – Absicherung Ihrer Waren für den Fall des Verlusts oder der Beschädigung während des Transports. Sie können diese Versicherung über Ihren Versanddienstleister oder separat abschließen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Versandunternehmen oder auf der Website der Zollbehörde des Bestimmungslandes.


Relevante Themen